Die Wahl zwischen einem E-Commerce-Individual-Projekt und einer einsatzfertigen Shoplösung ist für kleine und mittelständische Unternehmen eine zentrale strategische Frage. In Zeiten, in denen Digitalisierung und Skalierbarkeit über den Markterfolg entscheiden, wiegt diese Entscheidung besonders schwer. Beide Wege haben ihre Daseinsberechtigung. Doch wer genauer hinsieht, stellt schnell fest: Für die meisten mittelständischen Handelsunternehmen ist der Weg über ein Produkt deutlich sinnvoller als ein individuelles Projekt.
Die Illusion des perfekten, maßgeschneiderten Shops
Viele Unternehmen liebäugeln instinktiv mit dem Gedanken, gemeinsam mit einer Agentur ein hoch individualisiertes Shop-System aufzubauen. Die Vorstellung, jede Anforderung und jede Besonderheit des eigenen Geschäftsmodells eins zu eins digital abbilden zu können, klingt verlockend. Doch in der Praxis entpuppt sich dieser Weg oft als langwierig, teuer und langfristig schwer wartbar.
Gegenargument 1: Die Projektdauer
Die Entwicklung eines individuellen Shops als Agenturprojekt bedeutet einen hohen Zeitaufwand. Die Abstimmungsprozesse zwischen internen Teams und externen Entwicklern ziehen sich oft über Monate, teilweise sogar über Jahre hin. Währenddessen bleibt das Unternehmen digital unter seinen Möglichkeiten, verliert wertvolle Zeit im Wettbewerb und investiert Ressourcen, die an anderer Stelle dringend gebraucht würden. Die Marktdynamik lässt solch lange Entwicklungszyklen kaum noch zu.
Gegenargument 2: Die Projektkosten
Hinzu kommt die finanzielle Belastung. Individuelle Shop-Entwicklung durch eine Agentur ist kostenintensiv – und das nicht nur einmalig. Neben den initialen Entwicklungskosten fallen regelmäßig Aufwände für Pflege, Erweiterungen und Fehlerbehebungen an. Jede neue Anforderung, jede technologische Anpassung muss separat beauftragt und umgesetzt werden. Die Abhängigkeit zur Agentur bleibt dauerhaft bestehen.
Gegenargument 3: Mangelnde Zukunftssicherheit
Technologien verändern sich rasant. Was heute als modern gilt, ist in wenigen Jahren veraltet. Agenturprojekte sind selten so konzipiert, dass sie langfristig skalieren und mitwachsen können. Kommt es zu Updates in den zugrunde liegenden Technologien oder steigen die Anforderungen des Markts, muss häufig tief in den Code eingegriffen werden. Die Folge sind erneut hohe Kosten und Zeitverluste.
Produkte bieten Struktur, Planbarkeit und Wachstumsperspektive
Dem gegenüber steht der Einsatz eines fertigen E-Commerce-Produkts, das lediglich an das eigene Unternehmen angepasst werden muss. Auf den ersten Blick mag dieser Weg weniger individuell wirken. Doch genau hier liegt seine Stärke: Er bietet eine strukturierte, planbare und skalierbare Lösung, die für die meisten mittelständischen Unternehmen vollkommen ausreichend ist – und dabei deutlich wirtschaftlicher funktioniert.
Ein Produkt ist in der Regel sofort einsetzbar. Die Grundstruktur steht. Die Anpassungen beschränken sich auf das Design, spezifische Einstellungen und eventuell die Integration externer Systeme. Dadurch ist die Time-to-Market signifikant kürzer. Unternehmen können schneller online gehen, schneller verkaufen und schneller lernen, was ihre Kunden digital tatsächlich brauchen. Dieses schnelle Feedback ist Gold wert – nicht nur für das E-Commerce-Team, sondern für die gesamte Unternehmensstrategie.
Auch finanziell ist ein Produkt deutlich kalkulierbarer. Lizenzkosten oder monatliche Gebühren sind transparent, Erweiterungen oft über standardisierte Module verfügbar. Und weil das Produkt von einem Anbieter gepflegt und weiterentwickelt wird, ist auch die technische Zukunftssicherheit gegeben. Unternehmen müssen sich nicht um Updates, Sicherheitspatches oder technologische Weiterentwicklungen kümmern – das übernimmt der Anbieter.
Marktführer bieten die beste Kombination aus Funktion, Stabilität und Weiterentwicklung
Besonders sinnvoll ist es, bei einem Produkt auf einen Marktführer zu setzen. Denn hier ist nicht nur die Qualität des Produkts meist höher, sondern auch die Weiterentwicklung gesichert. Anbieter, die sich am Markt etabliert haben, investieren kontinuierlich in ihr System. Neue Funktionen werden regelmäßig nachgeliefert – meist im Rahmen eines strukturierten Release-Plans. So bleiben Unternehmen technisch auf dem neuesten Stand, ohne selbst aktiv werden zu müssen.
Ein weiterer Vorteil: Marktführer verfügen in der Regel über tiefes Branchenwissen. Sie kennen die Prozesse, Herausforderungen und Bedürfnisse von Handelsunternehmen. Viele Funktionen, die in einem individuellen Projekt erst mühsam spezifiziert und entwickelt werden müssten, sind in solchen Produkten bereits enthalten – direkt out of the box. Das reduziert nicht nur die Komplexität, sondern minimiert auch den Anpassungsbedarf. Das System „versteht“ das Geschäft – und das macht den Unterschied.
Weniger Individualität bedeutet mehr Effizienz
Natürlich gibt es auch heute noch Geschäftsmodelle, die ein gewisses Maß an Individualentwicklung erfordern. Doch die Realität zeigt, dass die meisten Anforderungen, die Mittelständler an ein E-Commerce-System stellen, längst in modernen Produkten abgebildet sind. Die Sehnsucht nach Individualität wird oft überschätzt – sie resultiert nicht selten aus der Unsicherheit, ob das eigene Geschäftsmodell auch in standardisierte Prozesse passt. Dabei ist genau diese Standardisierung der Schlüssel zur Effizienz.
Ein Produkt zwingt Unternehmen dazu, ihre Prozesse zu hinterfragen und zu strukturieren. Was auf den ersten Blick wie ein Nachteil wirkt, entfaltet langfristig eine enorme Wirkung: Systeme werden schlanker, Abläufe klarer, das gesamte Unternehmen wird digital besser aufgestellt. Die Erfahrung zeigt: Wer sich auf ein gutes Produkt einlässt, wird in der Regel nicht eingeschränkt, sondern entlastet.
Fazit: Der Produktansatz ist für KMU der klar sinnvollere Weg
Im direkten Vergleich zwischen Projekt und Produkt wird deutlich: Für die große Mehrheit der kleinen und mittelständischen Handelsunternehmen ist ein Produkt der sinnvollere Weg. Es ist schneller einsatzbereit, kostengünstiger, zukunftssicherer und profitiert von einer kontinuierlichen Weiterentwicklung durch den Anbieter. Die vermeintliche Einschränkung durch weniger Individualisierung wird durch tiefes Branchenverständnis und leistungsfähige Standardfunktionen mehr als kompensiert.
Statt Energie und Geld in komplexe Individualprojekte zu stecken, sollten KMU auf etablierte Lösungen setzen, die ihre Anforderungen bereits heute umfassend abbilden. Das sichert nicht nur den langfristigen Erfolg, sondern schafft auch Freiräume für das, worauf es wirklich ankommt: den Kunden, das Sortiment und den Vertrieb. Wer also heute die Weichen für die digitale Zukunft stellt, fährt mit einem Produkt auf der sicheren Schiene – schnell, zuverlässig und wachstumsfähig


