KI im E-Commerce: Diese Funktionen liefern heute bereits Mehrwert

Ein Lagerarbeiter, der mithilfe eines Tablets mit einer digitalen Benutzeroberfläche interagiert, auf der der Produktbestand und Daten-Overlays angezeigt werden.

Händler im E-Commerce suchen nur selten nach autonomen Einkaufsagenten oder vollautomatisierten Vertriebsprozessen. Sie kämpfen mit deutlich konkreteren Aufgaben: Produktdaten müssen gepflegt, Inhalte erstellt, Bilder aufbereitet, Sortimente auffindbar gemacht und Kunden effizient betreut werden.

Genau an dieser Stelle zeigt sich, ob KI tatsächlich einen geschäftlichen Nutzen liefert. Denn der wirtschaftliche Effekt entsteht selten durch spektakuläre Zukunftsvisionen. Er entsteht dort, wo sich wiederkehrende Aufgaben beschleunigen, Daten besser nutzbar werden und Kunden schneller zum passenden Produkt gelangen.

KI ersetzt im E-Commerce selten Prozesse, sondern Arbeitsschritte

Viele Diskussionen über KI drehen sich um Automatisierung. Im Tagesgeschäft zeigt sich jedoch eine andere Realität. Die größten Zeitgewinne entstehen häufig nicht dadurch, dass ganze Prozesse verschwinden. Viel häufiger verkürzt KI einzelne Arbeitsschritte, die bisher manuell, repetitiv oder fehleranfällig waren.

Wer beispielsweise mehrere hundert neue Produkte anlegt, muss Texte verfassen, Eigenschaften pflegen, Bilder aufbereiten und Inhalte in mehreren Sprachen bereitstellen. Keine dieser Aufgaben ist besonders komplex, aber die Summe macht sie dennoch extrem aufwendig.

Produkttexte und Content entstehen deutlich schneller

Der wohl sichtbarste KI-Einsatzbereich liegt in der Erstellung von Inhalten. Gerade im Großhandel ist das relevant, denn viele Sortimente umfassen mehrere zehntausend Artikel. Die eigentliche Herausforderung besteht dabei nicht darin, perfekte Marketingtexte zu verfassen. Viel wichtiger ist häufig, überhaupt konsistente und verständliche Produktinformationen bereitzustellen.

KI reduziert hier den manuellen Aufwand erheblich. Die redaktionelle Qualitätskontrolle bleibt notwendig, aber der zeitraubende erste Entwurf entfällt. Besonders bei Sortimentserweiterungen oder Produktmigrationen kann das die Time-to-Market deutlich verkürzen.

Ein weiterer praktischer Anwendungsfall ist die Übersetzung von Inhalten. Produkttexte oder Content-Seiten lassen sich direkt im Shop-Backend in weitere Sprachen übertragen. Gerade für Großhändler mit internationalen Kunden oder unterschiedlichen Sprachräumen kann dies den Pflegeaufwand erheblich reduzieren.

KI verbessert Produktdaten oft stärker als Artikeltexte

Ein häufig unterschätzter Einsatzbereich betrifft die Strukturierung von Produktdaten. Viele Such- und Filterfunktionen hängen nicht von Produktbeschreibungen ab, sondern von sauber gepflegten Eigenschaften. Sind technische Merkmale unvollständig oder inkonsistent, verschlechtert sich die Auffindbarkeit von Produkten unabhängig von der Qualität der Texte.

Shopware kann aus vorhandenen Produktinformationen automatisch Vorschläge für Produkteigenschaften generieren. Attribute werden identifiziert, kategorisiert und als Grundlage für Filter oder Facetten genutzt.

Für Großhändler hat das eine unmittelbare betriebliche Konsequenz: Käufer finden Produkte schneller, Suchergebnisse werden präziser und der Pflegeaufwand sinkt. Die eigentliche Stärke von KI liegt hier nicht im Schreiben. Sie liegt in der Strukturierung von Informationen.

Aus einfachen Produktbildern werden verwertbare Shop-Medien

Produktbilder gehören zu den aufwendigsten Bereichen vieler E-Commerce-Projekte. Häufig fehlen professionelle Freisteller, Schatten, alternative Ansichten oder hochwertige Präsentationsbilder. KI kann diese Aufgaben weitgehend automatisiert übernehmen und attraktive, konsistente Bilder erstellen.

Für viele Händler dürfte allerdings eine andere Funktion noch wichtiger sein: die automatische Bildverschlagwortung. Mithilfe von KI können hochgeladene Bilder automatisch analysiert und mit Schlagwörtern sowie Alternativtexten versehen werden. Das verbessert nicht nur die interne Medienorganisation. Alt-Texte spielen auch für Barrierefreiheit und Suchmaschinenrelevanz eine wichtige Rolle.

Gerade bei großen Bildbeständen entsteht dadurch ein erheblicher Zeitgewinn.

Die Produktsuche entwickelt sich vom Katalog zur Problemlösung

Viele B2B-Shops sind historisch gewachsen. Sie funktionieren gut, solange der Nutzer bereits weiß, welches Produkt er sucht. Das Problem beginnt bei offenen Anforderungen. Wer beispielsweise lediglich weiß, dass er eine Terrasse vermessen oder ein bestimmtes Ersatzteil finden möchte, stößt mit klassischen Suchfeldern schnell an Grenzen.

Moderne KI-Suchen arbeiten deshalb stärker kontextbasiert. Nutzer beschreiben ihre Aufgabe in natürlicher Sprache und erhalten passende Produktempfehlungen. Zusätzlich unterstützen bildbasierte Suchfunktionen dabei, ähnliche Artikel anhand von Fotos zu identifizieren.

Im Großhandel kann dies besonders bei beratungsintensiven Sortimenten relevant werden. Die Suche orientiert sich nicht mehr ausschließlich an Artikelnummern oder exakten Produktnamen, sondern zunehmend am tatsächlichen Bedarf des Kunden.

Personalisierung wird ohne komplexe Datenprojekte nutzbar

Personalisierung galt lange als Thema für große Handelsplattformen mit eigenen Data-Science-Teams. KI senkt diese Hürde deutlich. Sie kann Kunden anhand ihres Verhaltens segmentieren und klassifizieren. Nutzergruppen lassen sich dadurch deutlich einfacher definieren als mit klassischen Regelwerken. Marketingmaßnahmen können zielgerichteter ausgesteuert werden, ohne dass umfangreiche Datenanalysen manuell aufgebaut werden müssen.

Auch Produktbewertungen profitieren von KI. Statt zahlreiche Einzelbewertungen lesen zu müssen, erhalten Nutzer automatisch generierte Zusammenfassungen. Zusätzlich lassen sich Bewertungen in andere Sprachen übersetzen. Gerade in internationalen Vertriebsszenarien verbessert das die Nutzbarkeit vorhandener Kundenbewertungen erheblich: Kunden gelangen schneller zu einer Einschätzung eines Produkts, während Händler vorhandene Inhalte mehrfach verwenden können.

Fazit

Für Großhändler geht es heute vor allem darum, Aufgaben zu identifizieren, die sich mit den vorhandenen Funktionen der Plattform deutlich effizienter abwickeln lassen. Die spannendsten KI-Anwendungen im E-Commerce sind dabei nicht die spektakulärsten. Sie lösen konkrete Alltagsprobleme. Automatisch erzeugte Produkttexte, KI-gestützte Bildbearbeitung, intelligente Produktsuchen, Bewertungszusammenfassungen, Kundenklassifizierung oder datenbasierte Assistenten liefern bereits heute einen messbaren Nutzen. Viele dieser Funktionen stehen in Shopware und damit auch in gevis COMMERCE | FORESIGHT unmittelbar zur Verfügung.

Kostenlose Webcast-Reihe: ERP + KI im Großhandel

Sie möchten entdecken, welche KI-Anwendungen im E-Commerce und Großhandel heute bereits messbaren Nutzen liefern? In unserer Webcast-Reihe zeigen Experten anhand konkreter Praxisbeispiele, wie Unternehmen mit KI und ERP-Systemen Effizienzpotenziale erschließen.

 

Beitrag kommentieren

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

gws logo