Frage: Seit wann bist du beim VEO-Team, und was sind deine Aufgaben?
Cedrik: Ursprünglich einmal bei faveo, bin ich seit nun über zwei Jahren im neuen VEO-Team der GWS und hier als Berater aktiv beteiligt, Projekte unserer Kunden umzusetzen. Das bedeutet, dass ich aktiv daran beteiligt bin Neukunden, sowie Bestandskunden älterer Lösungen aus dem Hause GWS auf die neue ERP-Lösung gevis ERP | VEO zu bringen.
Als Berater bin ich jedoch nicht nur an der Umsetzung von Projekten beteiligt, sondern bemühe mich intern um einen erfolgreichen Wissensaustausch innerhalb der Abteilung, unterstütze unser Produkt in fachlichen Fragen und unterstütze Bestandskunden außerhalb eines aktiven Projektes bei der Umsetzung verschiedener Herausforderungen.
Was sind deine Leitlinien in deiner Arbeit? Was ist dein persönlicher Anspruch?
Cedrik: Eine gute Frage, über die ich mir innerhalb des Tagesgeschäftes wenig nachdenke. Ich würde dazu Folgendes sagen:
Ich würde sagen, mein Anspruch ist es nicht immer alles perfekt zu schaffen, sondern Ziele zu erreichen, die auch realistisch zu erreichen sind. Im Projektgeschäft lernt man sehr schnell, was geht und was nicht und auch wie etwas gehen sollte und wie es wirklich zu schaffen ist. Mir ist am Ende immer wichtig, dass erarbeitete Lösungen zu einem Ziel führen, also nicht umsonst umgesetzt wurden.
Bei meiner Arbeit achte ich sehr darauf, einen sauberen und aufgeräumten Schreibtisch, Kalender und Aufgabenbereich zu berücksichtigen, sodass Aufgaben in Struktur und Ordnung umgesetzt werden können. Natürlich funktioniert das nicht immer, aber das Ziel ist auch hier wieder im Fokus: Ich möchte meine Aufgaben möglichst gut umsetzen.
Was sind die Erfolgsfaktoren bei einem ERP-Projekt?
Cedrik: Ich glaube, es kommt dabei ganz auf das jeweilige ERP-Projekt an. Der Erfolgt hängt hier maßgeblich von Inhalt und Komplexität eines Projektes und auch des Kunden ab. Was aber in jedem Fall wichtig ist: Ein gut aufgestelltes Projektteam auf Kunden- und Dienstleisterseite hilft sehr, ein erfolgreiches Projekt zu gestalten.
Zusätzlich zum Team, ist auch die Projektleitung, sowie das Controlling ausschlaggebend. Ein gutes Projekt ist realistisch geplant, verfolgt klare Meilensteine und basiert auf tatsächlich mögliche Inhalte. Das stimmt den Kunden und auch alle Beteiligten i. d. R. glücklich.
Natürlich, und das muss erwähnt werden, hilft es auch, wenn das ERP-System als solches möglichst fehlerfrei und wie gewünscht, also wie zu erwarten funktioniert. Hier hat sich gevis ERP | VEO die letzten Monate und Jahre rasant und sehr positiv entwickelt, sodass ich mich heute freue, neue Herausforderungen und Aufgaben für unsere Kunden im ERP-System umzusetzen.
Und was sind die typischen Stolperfallen?
Cedrik: Da gibt es bestimmt einige und ich glaube, ich werde hier nicht alle aufführen können. Zudem unterscheiden sich die wichtigsten dieser Stolpersteine bestimmt, wenn andere Berater oder Projektleiter diese Frage beantworten müssten, also würde ich aus meiner Sicht welche nennen, die ich als besonders wichtig erachte:
Das Vertriebliche Angebot passt nicht zum Umfang eines geplanten Projektes. Das ist manchmal der Fall und kann verschiedene Gründe haben. Im Ergebnis ist es dann leider so, dass der Kunde nicht versteht, weshalb wir mehr Aufwand haben, also ursprünglich für eine Umsetzung angesetzt wurde.
Eine fehlende Analyse der Prozesse vor Beginn des Projekts. Auch dieser Umstand kann im Projekt zu falschen Erwartungen führen. Gerade bei großen Projekten macht es vor einem Beginn Sinn, sich den Kunden in Ruhe anzuschauen. Wie groß ist der Kunde? Welche Prozesse werden als K.O definiert? Was macht den Kunden im Gesamtbild aus? Je mehr zu Beginn bekannt ist, desto besser kann ein Projekt auf diesem Wissen aufbauen.
Innerhalb der Analyse, also schon mitten im Projekt können ebenfalls Fehler passieren. Wurde der Kunde oder der Prozess vom Berater falsch verstanden? Wurde der Berater falsch verstanden und damit eine falsche Erwartungshaltung gegenüber den Kunden eröffnet? Hier gilt es genau hinzuschauen und zuzuhören. Denn: die Analyse im Projekt dient als Aufbau der Umsetzung im späteren Verkauf.
Ein Klassiker innerhalb eines Projektes wäre sicherlich auch falsche oder ungenügende Kommunikation. Nichts ist schlimmer, als wenn wichtige Inhalte nicht, zu spät oder falsch kommuniziert werden. Hierbei nehme ich das Projektteam beider Seiten in die Pflicht. Ja, es gehört auch manchmal Mut dazu, wichtige Inhalte rechtzeitig anzusprechen. Tut man es aber nicht, kann das Ergebnis sicherlich noch schlimmer sein.
Und da ist natürlich die Abteilungsübergreifende Koordination. Eine Herausforderung, die Maßgeblich ist und immer zu beachten ist: Ein erfolgreiches Projekt kann ein Berater nicht allein gestalten, sondern gibt sich i Abhängigkeit des Produktes, also der Entwicklung und ggf. Anderer Abteilungen, wie z. B. für Finanzbuchhaltung. Hier alle Fäden sauber zusammenzuhalten und die Verantwortlichen zu koordinieren, kann im Tagesgeschäft herausfordernd sein.
Welche Fähigkeiten muss ein ERP-Consultant unbedingt mitbringen?
Cedrik: Instinkt ist sicherlich sehr hilfreich, aber auch Menschenkenntnis, Analysefähigkeiten, die Freude an Herausforderungen und die Bereitschaft, selbstständig und ständig zu lernen.
In unserem Beruf haben wir täglich mit Menschen kontakt, müssen Lösungen erarbeiten und nach außen tragen. Auch das selbstständige Organisieren von Aufgaben macht einen erheblichen Teil aus. Üblicherweise haben Berater eine Menge Aufgaben auf dem Tisch. Die Kunst besteht darin, diese nicht nur zu lösen, sondern zu verteilen, zu priorisieren und einschätzen zu können.
Warum bist du so begeistert von Business Central?
Cedrik: Eine gute Frage! Ich glaube das liegt einfach daran, dass ich selbst von diesem System überzeugt bin. Meine ersten Berührungen hatte ich mit einer alten Version im Studium – Hier habe ich sogar noch im Code Erweiterungen zugefügt, etwas, was ich heute, zumindest ohne KI, nicht mehr mache.
Ich glaube, dass Microsoft ein sehr starkes ERP-System für den Mittelstand geschaffen hat, welches alle relevanten Themen in der Basis gut bedienen kann und auf dem sich Erweiterungen einfach aufsetzen lassen.
Auch die Gestaltung der Farben und die Anordnungen der Schaltflächen halte ich für gut gelungen, etwas, was im Unterbewusstsein eines jeden Anwenders direkt zu Zustimmung- oder Ablehnung eines Systems führen kann.
Microsoft ist also gut für die Zukunft und Gegenwart aufgestellt. Ich bin mir sicher, dass das ERP-System weiterwachsen und an Wichtigkeit gewinnen wird.
Welche technologischen Entwicklungen hältst du für besonders relevant für die nächsten zwei Jahre?
Cedrik: Mittlerweile habe ich das Gefühl, der aktuellen Entwicklung hinterherzulaufen. Ich bin die Generation, die ohne Internet aufgewachsen ist. Heute ist die Welt nicht nur ständig vernetzt und immer erreichbar, sondern lebt im KI-Rausch, der nichts anderes ist als eine Goldgräberstimmung wie im Wilden Westen – Vergleichbar mit den Anfängen des Internets vor knapp 30 Jahren.
Ich weiß nicht, was in zwei Jahren sein wird. Vielleicht ist das Thema KI weniger stark, vielleicht haben wir Agenten für tägliche Aufgaben, oder der Einsatz von KI wird so teuer, dass wir davon abweichen müssen. Vielleicht haben wir alle eine AR-Brille auf dem Kopf und streicheln unser virtuelles Haustier.
Was aber bleiben wird sind Unternehmen, die weiterhin auf ein starkes und stabiles, sowie erreichbares ERP-System bauen wollen und müssen. Hier bin ich mir sicher, werden wir in zwei Jahren dieselben Herausforderungen haben wie heute: Unseren Kunden die möglichst beste Unterstützung bieten, mit einem sehr guten ERP-System und Produkt arbeiten zu können.
Wie wird sich die Rolle des ERP-Consultants aus Ihrer Sicht künftig verändern?
Cedrik: Eine sehr spannende Frage. Ich glaube, dass der Kern der Aufgabengebiete bleiben wird, aber das bestimmte Elemente gelöst und in Automatische Abläufe gesteckt werden können. Ein Beispiel: Der Berater muss evtl. Excel Listen Analysieren, Stammdaten anpassen, Einrichtungen im System ändern oder anhand von Parametern des Systems Inhalte anpassen. Vielleicht können diese Teilaufgaben später von einer KI gelöst werden.
Zudem kann ich mir vorstellen, dass Teams-Sitzungen in einiger Zukunft von AR-Sitzungen abgelöst werden. Das Metaversum kam zu früh, die Welt und auch der Markt waren nicht bereit dafür. Aber wer weiß, vielleicht sitzen wir bald als Avatare in einem Meeting in einer virtuellen Welt zusammen und sprechen über Datenbanken und Möglichkeiten der Prozessgestaltung.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was die Zukunft der Welt bringen wird, und hoffe nur auf das Beste!


