Großhändler arbeiten häufig mit einer Vielzahl unterschiedlicher Preis- und Rabattvereinbarungen. In vielen Fällen ist der günstigste Preis tatsächlich die richtige Wahl. Es gibt jedoch Situationen, in denen bewusst eine andere Vereinbarung Vorrang haben soll.
Ein typisches Beispiel sind Baustellenpreise. Liegt eine Baustelle deutlich außerhalb des üblichen Liefergebiets, können besondere Konditionen oder Preise vereinbart werden, die den zusätzlichen Aufwand berücksichtigen. Ebenso möglich: Ein Kunde hat einen Projektbezogenen Sonderpreis vereinbart, der trotz einer gleichzeitig laufenden Kampagne weiterhin gelten soll.
Würde das ERP-System ausschließlich nach dem Prinzip der Bestpreisfindung arbeiten, würde es in beiden Fällen einen anderen, niedrigeren Preis ziehen. Genau für solche Szenarien wurden die Preis- und Konditionsprioritäten in gevis ERP | VEO entwickelt.
Das Grundprinzip: Bestpreis-Findung mit intelligenten Ausnahmen
Grundsätzlich ermittelt gevis ERP | VEO Verkaufspreise über eine Bestpreis-Findung: Das System berücksichtigt die vorhandenen Preisvereinbarungen und zieht standardmäßig den günstigsten verfügbaren Preis.
Mit Prioritäten lässt sich diese Logik gezielt erweitern. Anwender können bestimmten Preis- oder Konditionsquellen eine höhere Gewichtung zuweisen. Das System berücksichtigt dann zunächst die festgelegte Priorität und erst nachgeordnet die eigentliche Bestpreis-Findung.
Besonders wichtig dabei: Prioritäten müssen nicht flächendeckend gepflegt werden. Sie werden nur für die Fälle hinterlegt, in denen eine bewusste Steuerung erforderlich ist. Dadurch bleibt das Preismanagement übersichtlich und wartbar.
Prioritäten für Verkaufspreise
Für Verkaufspreise stehen in gevis ERP | VEO verschiedene Preisherkünfte zur Verfügung. Sie können beispielsweise auf bestimmte Debitoren, Debitorenpreisgruppen, Kampagnen, Kontakte oder Lieferadressen bezogen werden. Letzteres ist insbesondere für Baustellenpreise interessant.
Zusätzlich lassen sich Prioritäten auf Produktebene definieren und bei Bedarf sogar nach Verkaufskanälen unterscheiden. Dadurch können Unternehmen beispielsweise Direktlieferungen anders behandeln als klassische Lagerlieferungen.
Die Logik dahinter ist bewusst einfach gehalten: Je kleiner die Prioritätszahl, desto höher die Gewichtung. Eine Priorität 1 wird also vor einer Priorität 5 berücksichtigt. Erst wenn mehrere Preisquellen dieselbe Priorität besitzen, greift wieder die gewohnte Bestpreis-Findung. Konstellationen, die keine Priorität haben, werden als gleichrangig behandelt, sodass wieder die Bestpreis-Findung gilt.
Für Vertriebsmitarbeiter entsteht dadurch ein hohes Maß an Transparenz. Sie können nachvollziehen, warum ein bestimmter Preis gezogen wurde und welche Preisquelle letztlich den Ausschlag gegeben hat.
Auch Konditionen lassen sich gezielt steuern
Das gleiche Prinzip steht nicht nur für Preise, sondern auch für Verkaufskonditionen zur Verfügung. Unternehmen können damit festlegen, welche Rabatt- oder Konditionsvereinbarungen in bestimmten Konstellationen bevorzugt behandelt werden sollen. Mögliche Kriterien sind beispielsweise Debitoren, Debitorenrabattgruppen, Kampagnen, Kontakte oder Lieferadressen. Ebenso lassen sich Produktstrukturen und weitere Merkmale berücksichtigen.
Gerade im Großhandel entstehen häufig Situationen, in denen Konditionen aus unterschiedlichen Quellen zusammentreffen. Ohne klare Priorisierung wird die Pflege solcher Regelwerke schnell komplex. Durch die gezielte Vergabe von Prioritäten lässt sich die gewünschte Geschäftslogik hingegen eindeutig abbilden.
Mehr Transparenz für Vertrieb und Innendienst
Ein weiterer Vorteil liegt in der besseren Nachvollziehbarkeit. Anwender können jederzeit prüfen, welche Preis- oder Konditionspriorität einer Preislistenzeile oder einem Artikel zugeordnet wurde. Entsprechende Prioritätsinformationen stehen an verschiedenen Stellen im System zur Verfügung.
Das reduziert Rückfragen im Tagesgeschäft erheblich. Statt mühsam nachzuvollziehen, warum ein bestimmter Preis berechnet wurde, können Vertriebsmitarbeiter die zugrunde liegende Priorisierung unmittelbar einsehen. Das spart Zeit und erhöht gleichzeitig die Sicherheit bei Preisentscheidungen.
Fazit
Preise und Konditionen gehören zu den wichtigsten Stellschrauben im Großhandel. Gleichzeitig gehören sie zu den Bereichen, in denen Ausnahmen eher die Regel als die Ausnahme sind. Die Preis- und Konditionsprioritäten in gevis ERP | VEO sorgen dafür, dass solche Sonderfälle kontrolliert, transparent und nachvollziehbar abgebildet werden können.
Das Ergebnis: weniger manuelle Eingriffe, klarere Regeln und die Sicherheit, dass genau die Preis- oder Konditionsvereinbarung greift, die im jeweiligen Geschäftsvorfall vorgesehen ist. So verbindet gevis ERP | VEO die Effizienz einer automatisierten Bestpreis-Findung mit der Flexibilität, die moderne Großhandelsprozesse benötigen.
