Zwischen Trends und Realität: Das war die K5 Future Retail Conference 2026

Drei Personen stehen lächelnd hinter einer großen blauen K5-Skulptur bei einer Veranstaltung. Der Text lautet: „FUTURE RETAIL CONFERENCE BERLIN 2026“ und „K5 KONFERENZ 2026“. Im Hintergrund ist das Schild „Future Retail Stage“ zu sehen.

Ende Juni wurde Berlin erneut zum Treffpunkt der digitalen Handelsszene: Auf der K5 Future Retail Conference kamen an zwei Tagen mehrere Tausend Teilnehmende zusammen, um sich über die Zukunft des E-Commerce auszutauschen. Mit über 150 Speakerinnen und Speakern, zahlreichen Masterclasses und parallelen Sessions gehört die K5 längst zu den wichtigsten Branchenevents im deutschsprachigen Raum – entsprechend hoch ist die inhaltliche Dichte und Vielfalt.

Auch wir als GWS waren bei diesem wichtigen Branchenevent vor Ort – denn wer Lösungen für den digitalen Handel entwickelt, muss die Entwicklungen nicht nur beobachten, sondern einordnen und in konkrete Mehrwerte übersetzen. Genau aus diesem Grund waren unsere Leiterin der Business Unit E-Commerce, Alexandra Essig, sowie unsere Kollegin aus dem Produkt-Marketing vor Ort. Ihr Ziel: relevante Trends identifizieren, einordnen und in die Weiterentwicklung von gevis COMMERCE | FORESIGHT überführen.

Und auch aus Kundensicht war die K5 für uns besonders wertvoll. Mit Tim Meerkötter, Geschäftsführer der Meerkötter GmbH, war ein begeisterter Anwender unserer Lösung vor Ort, der seine Erfahrungen im B2B-E-Commerce im Interview mit Mailin Schmelter vom ECC Köln geteilt hat.

Zwischen Trends, Thesen und echten Einblicken

Die K5 lebt von ihren vielen unterschiedlichen Perspektiven – und von klaren Aussagen. Viele der diskutierten Thesen zeigen, wie stark sich der E-Commerce gerade im Umbruch befindet. So wurde deutlich, dass Authentizität und relevanter Content zunehmend zur entscheidenden Differenzierung werden, während reine Reichweitenlogiken an Bedeutung verlieren. Ebenso wurde betont, dass Künstliche Intelligenz nicht nur Prozesse verändert, sondern ganze Geschäftsmodelle verschiebt – etwa hin zu einem „Demand-led Commerce“, bei dem Nachfrage und Kundenerlebnis im Zentrum stehen.

Ein weiterer zentraler Punkt: Technologie allein ist kein Wettbewerbsvorteil mehr. Vielmehr sind es Organisation, Daten und die Fähigkeit, neue Entwicklungen schnell umzusetzen. Aussagen wie „AI first braucht neue Führung“ oder „Agentic Commerce macht Persönlichkeit zum Wettbewerbsvorteil“ verdeutlichen, dass es längst nicht mehr nur um Tools geht, sondern um ein grundsätzlich anderes Verständnis von Commerce.

Diese Dynamik war auf der gesamten Veranstaltung spürbar. Zwischen Keynotes, Deep Dives und Gesprächen wurde deutlich: E-Commerce ist kein statisches Feld, sondern ein System im permanenten Wandel.

Praxis statt Theorie: Das Gespräch mit Tim Meerkötter

Besonders wertvoll sind in diesem Kontext die Stimmen aus der Praxis. Im Gespräch mit Tim Meerkötter wurde schnell klar, dass viele der großen Thesen im Alltag von Großhändlern längst angekommen sind – allerdings oft unter anderen Vorzeichen.

Sein zentrales Statement bringt es auf den Punkt: „Die teuerste Strategie im Großhandel ist Abwarten.“ Denn die eigentliche Herausforderung liegt nicht im Wettbewerb, sondern im eigenen Stillstand. Digitalisierung ist kein Projekt, das man angeht, wenn der Druck zu groß wird, sondern eine kontinuierliche Aufgabe.

Dabei zeigt sich auch, dass B2B-E-Commerce weit über den klassischen Onlineshop hinausgeht. Für Meerkötter stand nie der Shop als solcher im Fokus, sondern ein umfassendes Kundenportal, das Prozesse vereinfacht, Transparenz schafft und den Arbeitsalltag für Kunden wie Mitarbeitende spürbar erleichtert. Funktionen wie Wiederbestellungen, individuelle Preise oder Serviceprozesse sind keine Kür, sondern Grundlage für Akzeptanz.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Strategie vor Technologie. Erfolgreiche Projekte beginnen nicht mit der Wahl eines Systems, sondern mit der Klärung von Prozessen, Verantwortlichkeiten und Datenstrukturen. Erst wenn diese Basis stimmt, kann ein digitales Portal sein volles Potenzial entfalten.

Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, interne Stakeholder mitzunehmen. Vertriebsteams müssen digitale Lösungen nicht als Konkurrenz, sondern als Unterstützung erleben. Gelingt das, entsteht ein echtes Zusammenspiel aus persönlicher Betreuung und digitaler Effizienz – ein entscheidender Faktor für nachhaltige Kundenbindung.

Unser Fazit: Relevanz entsteht durch Einordnung

Die K5 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie viel Bewegung im E-Commerce steckt. Neue Technologien, veränderte Kundenerwartungen und wachsende Anforderungen an Organisation und Prozesse sorgen dafür, dass sich das Spielfeld kontinuierlich verschiebt.

Für uns bedeutet das: dranbleiben, verstehen, einordnen, um aus allgemeinen Branchenentwicklungen konkrete Lösungen für unsere Kunden abzuleiten. Mit gevis COMMERCE | FORESIGHT verfolgen wir genau dieses Ziel: eine Plattform, die nicht nur den Status quo abbildet, sondern zukünftige Anforderungen mitdenkt.

Die Tage in Berlin haben sich gelohnt. Vor allem wegen der offenen Gespräche, der ehrlichen Einblicke und der vielen Impulse, die sich direkt in unsere Arbeit übertragen lassen. Und eines ist sicher: Wir kommen wieder.

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